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Aus dem Mazedonischen von Will Firth
Bistra und ich wohnten im selben Aufgang, Moni in dem gegenüber. Der Laden befand sich etwas weiter unten, nahe dem Spielplatz. Ich bat Moni, mir zuerst auf dem Weg zum Laden Gesellschaft zu leisten; danach würden wir auf dem Weg zum Spielplatz Bistra abholen.
“Hallo?!”, empörte sich Moni. “Wer muss hier denn eigentlich zum Laden? Geh doch selber. Ich gehe zu Bistra.”
Ich wollte mit zu Bistra, zur gleichen Zeit, weil ich zuerst den Spielplatz gesehen hatte. Ich wollte die Kinder warnen, dass die Brücke jetzt rot war und man nicht auf ihr klettern dürfte. Sonst würde sich Moni als Tonangeberin hinstellen und allen erzählen, sie wäre da gewesen. Sehr oft log sie auf diese Art und Weise, erfand etwas oder sagte Dinge, die sie von anderen hatte und so tat, als wären das ihre eigenen Ideen.
Also folgte ich Moni zum Gebäude, in dem Bistra und ich wohnten.
Wir klingelten an der Tür, Bistra machte auf. Hinter ihr stand ihre dicke, jüngere Schwester. Beide löffelten gerade Brausepulver, ihre Zungen waren gelb.
“Weißt du was?”, sagte Moni zu Bistra, bereit, mir die Schau zu stehlen.
“Heute früh kamen zwei Männer und reparierten den Spielplatz; wir können jetzt schaukeln gehen!”, stieß ich lächelnd in einem Atemzug aus.
“Iva!”, schnauzte Moni und machte ein pikiertes Gesicht. “Es ist unhöflich, jemand beim Reden zu unterbrechen.”
“Genau”, stimmte Bistra mit ein.
“Genau!”, rief auch ihre dicke kleine Schwester.
“Ich habe dich doch gar nicht unterbrochen, ich wollte nur...”, fing ich an, mich zu rechtfertigen.
“Doch, du hast mich unterbrochen!”, schrie Moni.
Ich verstummte. Bistra sagte auch nichts, als hätte ich ihr über den Spielplatz kein Wort gesagt. Moni redete weiter: “Heute sind Leute gekommen und haben den Spielplatz repariert. Sie haben auch die Brücke neu gestrichen.”
Sofort änderte sich Bistras Gesichtsausdruck: “Toll!”, lächelte sie mit weit geöffnetem Mund und zeigte dabei ihre gelbe Zunge.
“Toll”! sagte auch ihre kleine Schwester. “Ich will mit!”
“Geht nicht”, meinte Bistra.
“Alles klar!”, kommentierte ihre Schwester auf einmal zynisch wie eine Erwachsene. “Es gibt niemand, der auf mich aufpasst – weder Mama noch Papa sind zu Hause. Haha!”
Bistra klatschte ihr eine, aber die Kleine lachte weiter.
“Warte kurz, bis ich fertig gegessen habe”, sagte Bistra und ging in die Küche. Wir alle folgten.
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