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Aus dem Serbischen von Jasmina Urukalo
Vom Sand
Sind Sandkörner
mit der Zeit zerkleinerte winzige
Teile von Steinfelsen,
oder sind es Sterne, die gerade
aus dem Schlaf erwachen, sich verschlafe n
im Bett winden?
Sind sie eine knirschende Unterlage
für unsere Schritte, weiche
Daunen, in welche die
Schwerkraft eingehüllt ist – diese Kraft,
die sich selbst in den Nacken bläst –
oder sind sie Stille,
Atem, den jemand fallen ließ,
und hinter ihm, diesem Atem,
gibt es nichts mehr?
Berührung
Wenn sich Blitze im Bett
regen, fangen die Schlangen an,
in ihrer Brut zu kriechen.
Die Pupillen mondfarben.
Zwei Milchtropfen auf den Plüsch
der Nacht getropft.
Du liest etwas, vielleicht
dieses Gedicht, aber die Buchstaben
fließen, schmelzen, verwehen
in alle Richtungen. Du versuchst,
dich in eine unwirkliche Welt
zu vertiefen, die flimmert
wie diejenige im Herzen eines Gletschers
oder in Sandkörnern
einer Wüste.
Die Hand hebt sich leicht,
gleitet über den Scheitel:
du berührst, was nicht ist.
Als ob du eine Sanddüne
streicheln würdest, oder ein
schönes Nomen:
Eisberg, zum Beispiel.
Sanftmut
Unter den Fingerkuppen
flimmert goldener Flaum
der Luft.
Das ist, wie wenn nachts,
kaum hörbar,
die Sterne prasseln,
weil eine Hand
sanft über den Scheitel
des Himmels gleitet
und die Strähnen des
geflochtenen Haares streichelt:
Gestirne.
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