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Marko Sosič: Mai/4
Ich schiebe die Wolldecke zurück, die meinen Körper auf der Matratze mitten in der Garage bedeckt, und öffne die Augen. Ich sehe die Nonna und den Nonno auf der anderen Matratze. Sie liegen dem Oleander zugewandt, der noch keine Blüten hat und über ihren Köpfen hängt, sodass ich von ihnen nur die vom Laken bedeckten Schultern sehe, die sich nach oben bewegen, wenn sie im Schlaf einatmen, und nach unten, wenn sie ausatmen. Dann blinzle ich zum gläsernen Garagentor hin, über das die Nonna abgenutzte Bettlaken gehängt hat, damit uns die Sonne nicht zu früh weckt. Aber sie ist trotzdem da, die Sonne, die zwischen zwei Laken hindurch in meine Augen sickert, sodass ich die Umrisse der Pappeln draußen im Garten neben den sandigen Wegen sehe. Und ich stelle mir vor, das seien meine Bäume und Hortensienbeete, meine alte Villa, in der Fräulein Moore wohnt, die nachts über die Teppiche und Türrahmen stolpert, wenn sie ihr Schlafzimmer sucht, sagt die Nonna, und dann schickt der Nonno sie zur heiligen Mutter Gottes nochmal, denn er sagt, sie fantasiere, sie sehe Dinge, die nicht da sind, und sie sei krank im Kopf, wenn sie denke, dass Fräulein Moore gerne mal ein Gläschen trinkt. >>>
Milan Kleč: Nachspann
Es war unglaublich bescheuert. Ich war überrascht, aber ehrlich, und schaute sofort wieder weg. Vor solchen Momenten graut mir immer. Ich war mir sicher gewesen, jetzt endlich Ruhe zu haben, und ich kann es verdammt noch mal nicht leiden, wenn mir dann irgendjemand oder irgendwas querkommt, und als ich so zwischen den Regalen mit den Computerspielen herumspazierte, fühlte ich mich völlig sicher, geschützt von allen Seiten sozusagen oder noch mehr als das, da konnte ich nun wirklich nicht ahnen, dass dort eine solche Überraschung auf mich wartete, aber wenn ich so zurückdenke, ist das eigentlich immer so gelaufen. Nicht, dass ich die Spiele kaufe, darüber könnte ich mich jetzt lang und breit auslassen, Stunde um Stunde wache ich über die Welt der Piraterie, darüber kann ich sogar dann reden, wenn mich jemand mitten in der Nacht weckt, und dann bin ich nicht mal sauer deswegen, allerdings könnte man mir einen Strick daraus drehen, dass ich nur Raubkopien habe. >>>
Aleš Čar: Cocacola
Ich habe Foltern gesehen, die leuchteten wie Sterne. Ich weiß, dass dabei fast jeder etwas empfindet, aber außer mir selbst gibt es niemanden, der das wirklich sieht. Wenn ein Mensch einen anderen beherrscht bis zu dem Punkt, an dem er zusammenzubrechen beginnt (psychisch oder physisch), werden beide frei. Und Energie. Unermessliche Energie.
Meine Foltern waren immer Akte der Liebe. >>>
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