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BRIGITTE DÖBERT
  • Jahrgang 1959
  • Lebt und arbeitet in Berlin
  • Freie Übersetzerin aus dem Bosnischen, Kroatischen, Serbischen und Englischen
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Publikationen
Karahasan, Dževad: Berichte aus der dunklen Welt. Insel 2007.
Jergović, Miljenko: Buick Rivera. Schöffling 2006.
Jaeger, Rujana: Darkroom. Beck 2004.
Linktipps
literaturuebersetzer.de
wespennest.at
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Namik Kabil: Sam

Im Haus geht wieder eine Tür. Und wieder kommen Schritte die Treppe herab. Die schwarze Spinne steht in der Garage, hält die Pistole schussbereit, nur die Augen sind zu sehen. Ledersohlen nähern sich, werden lauter. Sie passen sich dem Rhythmus des Atems an; es dröhnt, als käme ein Elefant. Wie viele Stufen hat die Treppe? Ein Schleier legt sich über meine Augen. Die Schritte werden dumpfer, ich lausche darauf und werde ein anderer Mensch, einer, der keinerlei Verpflichtungen hat. Ich sitze in einer Konditorei und trinke mit Geschäftsfreunden Kaffee. Durch das Glas hört man nicht, was wir reden. Kaffee und Saft, Zigaretten, ich sehe auf die Uhr.  >>>

Bekim Sejranovic: Fasung [1]

Ich mache interessante Beobachtungen. Wir setzen uns. An den Tisch. Trinken Bier. Und Wein. Ich muss drei Mal so oft wie die andern. Die meisten sind zufrieden. Liegt es daran, dass sie nicht so oft müssen? Die müssen nicht so oft. Ich bin überzeugt, dass allen aufgefallen ist, dass ich alle fünf Minuten zum WC gehe. Ich sehe es ihnen an. Die müssten sich eigentlich wundern, wie schnell ich wieder da bin. Denn ich brauche nicht länger als zweiunddreißig Sekunden. Fürs Pissen. Ich bin der schnellste Pisser der Welt. Trotzdem sehe ich keinerlei Anzeichen, dass mich einer von denen am Tisch darum beneidet. Dafür gibt es definitiv keinerlei Anzeichen. Selbst bei größter Aufmerksamkeit lassen sich keine entdecken.    >>>

Bekim Sejranovic: Fasung [2]

Der Winter macht mir keine Angst. Ich hab keine Angst vor seiner Kälte. Die Länge erschreckt mich. Im Winter fällt manchmal sogar Schnee. In manchen Ländern fällt im Winter viel Schnee. In anderen praktisch keiner. Ähnlich ist es mit den Städten. In manchen gibt es Schnee, in anderen nicht. Im Winter. Ich habe genau gesehen, wie ein dicker Ast unter dem Gewicht des Schnees abgebrochen ist. Schnee ist schwer. Und nass. Falls er nicht trocken und pulverig ist. Kalt. Ich weiß noch, dass ich durch Schnee gegangen bin. Vor langer Zeit. Ich weiß noch, dass er mir bis zu den Knien reichte. Vor langer Zeit. Heute reicht er mir nicht mehr bis zu den Knien. Wir haben uns verändert. Der Schnee und ich. Erst ist er geschmolzen. Jetzt ist die Reihe an mir. Zu schmelzen. Oder zu fallen. Sehr dicht. Und den Dreck zu verdecken. Der verschämt aus mir rausguckt. Bis jetzt bin ich nur eisesstarr. Die Kälte der Luft. Der Druck ist stabil. Zu hoch für jedwede Veränderung. Der Wind hat sich gelegt. Wie zum Trotz.    >>>

  ANN CATRIN APSTEIN-MÜLLER
  SUSANNE BÖHM-MILOSAVLJEVIĆ
  BRIGITTE DÖBERT
  WILL FIRTH
  PATRICIA FRIDRICH
  MATTHIAS JACOB
  ANDREA MEYER-FRAATZ
  MONIKA MILOSAVLJEVIĆ
  TATJANA PETZER
  PETER SCHERBER
  DAGMAR SCHRUF
  BLANKA STIPETIĆ
  JASMINA URUKALO
  KATHARINA WOLF-GRIESSHABER
Brigitte Döberst stellt vor

Bekim Sejranovic
Namik Kabil

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