VEREIN ÜBERSETZER AUTOREN AKTIVITÄTEN
MATTHIAS JACOB
  • Jahrgang 1961
  • Literaturwissenschaftler, Journalist und Übersetzer
  • Studium der Ost- und Südslavischen Philologie, Neuere Deutsche Literatur und Kunstgeschichte (Tübingen und Moskau)
  • 1999-2003 Literaturdozent (Slavisches Seminar Tübingen)
  • Übersetzungen wissenschaftlicher und belletristischer Texte (südslavische Sprachen und Russisch)
  • Artikel und Vorträge zur Literatur und Kultur Russlands, Serbiens und Kroatiens
  • Vorträge und Moderationen auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig
  • Reiseleiter in Istrien und Dalmatien
  • Lebt mit Frau und Tochter in Herrenberg zwischen Stuttgart und Tübingen
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Publikationen

Übersetzungen

Stanko Andrić: Die Enzyklopädie vom Nichts.
In: Nenad Popović (Hg.): Kein Gott in Susedgrad. Neue Literatur aus Kroatien. Schöffling & Co. Frankfurt am Main 2008, S. 177 – 209.
 

Gedichte
von Krešimir Bagić, Tomica Bajsić, Branko Čegec, Tatjana Gromača, Branko Maleš, Miroslav Mićanovič und Andriana Škunca.

In: die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik. Zusammengestellt von Alida Bremer. Herausgegeben von Johann P. Tammen. 1. Quartal 2008, 53. Jahrgang, Bd. 229.
 

Luko Paljetak: Kein Platz in der Stadt.
[= Kroatische Literatur der Gegenwart hrsg. von Alida Bremer und Hermann Wallmann, Band 5] Daedalus Verlag, Münster 2008.
 

Nikica Petrak: Das Herausfallen aus der Geschichte.
[= Kroatische Literatur der Gegenwart hrsg. von Alida Bremer und Hermann Wallmann, Band 6] Daedalus Verlag, Münster 2008.
 

Andriana Škunca: Lichtschrift von Novalja.
Mit zahlreichen Photographien von Andriana Škunca [Kroatische Literatur der Gegenwart hrsg. von Alida Bremer und Hermann Wallmann, Band 4]. Daedalus Verlag, Münster 2008.
 

Sava Damjanov: Lesen als Exil [Essay].
In: SO_Journal Nr. 1/2010. [Hrsg: SO_Übersetzen e. V., Berlin], S. 34 – 35.

Artikel

Zwischen Klöstern und Kasernen. Das 700jährige Wirken der Franziskaner in Bosnien-Herzegowina. In: Kirche intern. Forum für eine offene Kirche, für Gesellschaft, Politik und Kultur. 7. Jg./ Nr. 2/ Februar 1993, S. 32 – 33.
 

Der Aufseher. Aleksandar Tišma: Kapo [Rezension]. In: Deutsche Tagespost Nr. 126. 18. Oktober 1997, S. 10.
 

ANLESEN

Aleksandar Gatalica: Ein Jahrhundert

Volkmar Aehle war ein gewöhnlicher Deutscher. Er trat den Nationalsozialisten in seiner Heimatstadt Bremerhaven bei, gerade als man es von ihm erwartete, als die jüdischen Läden boykottiert wurden, mied auch er sie mit einer gewissen Verachtung. Wegen seiner Nervenkrisen wurden er mithilfe eines Entlassungsbriefs aus dem Sanatorium in Ockershausen bei Marburg 1938 vom Kriegsdienst befreit und zum Bürodienst abgeordnet, den er während des Krieges fleißig verrichtete. Im Sommer 1941 wurde er sogar öffentlich belobigt. In den Kellerräumen der Mainfrankenstraße 13a war ihm das Licht einer Petroleumlampe aufgefallen. Die jüdische Familie, die sich dort versteckt hatte, wurde auf seine Anzeige hin bald entdeckt.   >>>
 

 
Ante Kovačić: In der Registratur

Auch in dem Wirtshaus des Juden Reicherzer, das für das Christenvolk ein wahrer Tempel des Vergnügens war, begann kurz vor Sonnenuntergang ein immer heftigeres Lärmen und Schreien wie weiland unter den Erbauern des biblischen Babylon. Der wilde Tanz der jungen Leute wirbelte dunkle, muffige Staubwolken auf, die um die ehrenwerten, erhitzten Häupter der betrunkenen Damen und Herren schwebten. Wieder wiegten die Musikanten ihre Köpfe und schon wimmerten die Geigen, weil der Bogen sich weder um die Bezahlung scherte noch um die Hand, die ihnen über die geschmierten Saiten fuhr. Jožicas Bassgeige brüllte wie ein Bär, dem man bei lebendigem Leibe die Haut abzieht. Hundert heisere Kehlen versuchten sich ständig gegenseitig zu übertönen; - wild, geradezu bestialisch. Selbst die stolze Justa wurde ganz rot und strahlte als hätte man nachts eine Kerze in einen ausgehöhlten Kürbis gesteckt. Sie vergaß sich so sehr, dass sie beim Tanzen Miha an sich zog und ihn umarmte.   >>>
 

 
Tomica Bajsić: Gedichte

Nachdem ich aufgelegt habe

ich sehe dich: du öffnest die doppeltür
zur terrasse und setzt
dich auf den stuhl mit blick auf die kiefern
die kinder bauen eine burg aus klötzchen
auf dem viertel einer decke
kling, du hebst die kaffeetasse

bald ist nacht; sterne sind draußen
der junge springt auf deinen schoß und sagt
„ich würd’ gern sehen was dort oben ist“
beide wartet ihr bis sich sein herz beruhigt
wind weht und du denkst: ein pullover,
tick-tack, fliegen schlagen gegen die lampe.
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Adriana Škunca: Gedichte

SPIEGEL DER WÖRTER

Aus Mandelblüten fügen sich Wörter. In den Wörtern wohnen Schmetterlinge, Leuchtkäfer. Im Wasser treibt eine Kette von Algen, glitzert im Dunkeln. In den Buchstaben der Duft von Salbei und Honig. Von Harz, Kiefernnadeln, Sand.
Von den Schiffwracks, eingewachsen in feinen Staub, werden die Namen gewischt. Der Mast ist im Hügel versunken, Korallen umwuchsen die Anker. Der Widerschein des Spiegels übersteigt das Spiel der Schatten.
Aus einer Knospe, die der Zweig geweitet hat, keimte Sonne, nachts traten Blüten hervor. Rundeten die Luft. Entfalten weiße Häutchen zu kleinen netzförmigen Kugeln.
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  ANN CATRIN APSTEIN-MÜLLER
  SUSANNE BÖHM-MILOSAVLJEVIĆ
  BRIGITTE DÖBERT
  WILL FIRTH
  PATRICIA FRIDRICH
  MATTHIAS JACOB
  ANDREA MEYER-FRAATZ
  MONIKA MILOSAVLJEVIĆ
  TATJANA PETZER
  PETER SCHERBER
  DAGMAR SCHRUF
  BLANKA STIPETIĆ
  JASMINA URUKALO
  KATHARINA WOLF-GRIESSHABER
Matthias Jacob stellt vor

Tomica Bajsić
Aleksandar Gatalica
Ante Kovačić
Adriana Škunca

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