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SUSANNE BÖHM-MILOSAVLJEVIĆ

 

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Mihajlo Pantic: Das Fernsehen

Den ersten Fernseher habe ich zu Beginn der 60-er Jahre bei N. gesehen. Ich erinnere mich gut: Der ganze Tag verging in nervöser, fast fieberhafter Vorbereitung. Es war Sonntag. Irgendwann am späten Nachmittag zogen wir uns festlich an, die ganze Familie, und machten uns zu Fuß auf den Weg an die Peripherie, zu Freunden, die vor allen anderen in der Stadt einen Fernseher gekauft hatten. Das erste, was ich schon aus der Ferne sah, war ein Mann auf dem Dach des von uns angesteuerten Hauses. Er bewegte sich vorsichtig über den Dachfirst wie ein Mondsüchtiger. Er richtete die Antenne aus, und die unten riefen ihm durch die sperrangelweit geöffneten Fenster zu: „Das ist nicht gut, dreh sie mal, noch immer nichts, nur Schnee, warte, da war was, da, nichts mehr bewegen, es ist wieder weg, mach es wieder so, wie es war, ja, so, ein bißchen nach links, nicht zu schnell, da ist es wieder, gut, faß nichts mehr an, mach sie fest …” Als ich bei Anbruch der Dämmerung in ein von Gegenständen und Menschen überfülltes Zimmer trat, erblickte ich das magische Quadrat des Bildschirms.    >>>

Goran Petrovic: Die Kurzwarenhandlung „Zur glücklichen Hand“

Bis zu seinem Appartement brauchte er eine gute Stunde, vielleicht sogar mehr. Es war unmöglich, in irgendeinen Bus, eine Straßenbahn, einen Trolleybus einzusteigen. Erst recht nicht mit einer vollgestopften Tasche. Adam Lozanic gab den Gedanken an den öffentlichen Nahverkehr auf, ging zum strahlenförmigen Slavija-Platz hinunter, umrundete den gesamten Platz aus irgendeinem Grund gegen die Fahrtrichtung des Kreisverkehrs, kam an der Neonreklame von „Mc Donald’s“ vorbei, an dem Gedränge um die Haltestellen der „Neunundfünfzig“, der „Zwei“, der „Neunzehn“ und der „Zweiundzwanzig“, kam vorbei an den zusammengedrängten Verkaufsbuden und den vom Regen durchnäßten Kartons der fliegenden Händler, blieb kurz am berühmten Mitic-Loch stehen, wo seinerzeit das größte Warenhaus auf dem Balkan zwar geplant, jedoch niemals erbaut [...] worden war und lief dann weiter, vorbei an den Verkäufern für Maronen, Sonnenblumenkerne und Kaugummi, vorbei an den düsteren Umrissen des alten Hotels „Slavija“ in den dunkel getönten Fensterscheiben des neuerrichteten Hotelanbaus, und noch einmal an der „Mc Donald’s“ Reklame vorbei, um sich in den Strom der Fußgänger auf der Nemanjina einzufädeln, der sich Richtung Hauptbahnhof ergoß.   >>>

  ANN CATRIN APSTEIN-MÜLLER
  SUSANNE BÖHM-MILOSAVLJEVIĆ
  BRIGITTE DÖBERT
  WILL FIRTH
  PATRICIA FRIDRICH
  MATTHIAS JACOB
  ANDREA MEYER-FRAATZ
  MONIKA MILOSAVLJEVIĆ
  TATJANA PETZER
  PETER SCHERBER
  DAGMAR SCHRUF
  BLANKA STIPETIĆ
  JASMINA URUKALO
  KATHARINA WOLF-GRIESSHABER
Susanne Böhm-Milosavljević stellt vor

Goran Petrović
Mihajlo Pantić

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