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Isidora Sekulić: Briefe aus Norwegen
Wenn man in die Ostsee sticht, auf einem Passagier- oder einem riesigen Dampfschiff, das eine ganze Eisenbahn befördert, und Deutschland in Richtung Dänemark hinter sich gelassen hat, fühlt man gleich: Hier liegt die Grenze zu den Ländern des Nordens, die in ihrer Vergangenheit und ihren Mythen gegen die Gewalt von Riesen und Meeresungeheuern gekämpft haben. Heute kämpfen sie gegen die Macht und Unbarmherzigkeit der Felsen, des Wassers und der Kälte an. Man fühlt, das es die Gegend ist, von der erzählt wird, hier sei aus der Berührung von heißer Luft und Eis Ymir, der Urahne der Eisriesen, und die Kuh Audhumla entstanden. Diese Kuh habe, um sich zu ernähren und auch Ymir aufzuziehen, die vereisten Felsen abgeleckt. Aus dem Körper Ymirs wiederum schufen die ersten aus dem Geschlecht der Asen die Welt mit Himmel und Erde. Man fühlt, dass man sich einem strengen Land näherte, in dem die mythischen Gottheiten nur nach Göttern des Sommers und des Winters unterschieden werden, wo sowohl die einen als auch die anderen den Weltuntergang fürchteten, der kommen würde, wenn der Wolf Fenrir Mond und Sonne verschlingt. >>>
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